Erlebt und bewegt
In dieser Rubrik veröffentlichen wir regelmässig Beiträge aus der gleichnamigen Rubrik der Zeitschrift factum - mit freundlicher Genehmigung.
GOTTES WORT KOMMT NICHT LEER ZURÜCK
Die Wachpolizistin Betül wuchs als Kind streng islamischer Migranten auf – hohe Erwartungen, strenge Regeln sowie psychische und körperliche Gewalt prägten ihre Kindheit. Polizeioberkommissar Erik hingegen wuchs in einem kaum religiösen Elternhaus auf – gelegentliche Kirchgänger, doch ohne echten Glauben. Obwohl beide zunächst kaum mit der Bibel in Berührung kamen, bekennen sie heute: Gottes Wort ist irrtumslos, vertrauenswürdig und verbindlich. Ihr Lebenszeugnis zeigt, wie kraftvoll Gottes Wort noch heute wirkt.
Betül rebellierte schon früh innerlich gegen den islamischen Glauben, der ihr keinen liebenden Gott zeigte, sondern einen fernen, strengen Richter. Mit der Zeit wuchs ihre innere Sehnsucht nach Sinn, nach Wahrheit – nach einem Gott, der Liebe ist. Doch sie fand im Islam keine Antworten. Im Jahr 2020 kam ihr eines Tages der Gedanke: Kauf dir eine Bibel. Sie wehrte sich, doch die innere Unruhe blieb. Schliesslich setzte sie sich ein Limit von fünf Euro. Zunächst fand sie keine passende Bibel, doch später entdeckte sie in einem kleinen Laden eine Bibel im Schaufenster. Der Preis? Fünf Euro! Sie kaufte sie – und legte sie weg.
Wochen später begann sie darin zu lesen. Zunächst blieb der Text fremd, doch dann schlug sie die Offenbarung auf. Beim Lesen bekam Betül Schwindel und Kaltschweiss – zugleich erfasste sie eine tiefe Gottesfurcht und eine überwältigende Liebe. Erschüttert begann sie zu beten und bekannte Jesus Christus ihre Schuld. Innerhalb weniger Tage las sie das gesamte Neue Testament durch. «Ich war wie ausgehungert», sagt sie heute.
Als ihre Mutter davon erfuhr, brach sie den Kontakt ab: «Du wirst eine neue Familie finden.» Und tatsächlich führte Gott sie in eine Gemeinde, in der sie Menschen fand, die sie als geistliche Eltern annahmen, und sie liess sich taufen. Fröhlich und dankbar lebt sie heute im Glauben an ihren Herrn.
In Eriks Familie ging man zwar zu Weihnachten in die Kirche, doch echter Glaube spielte keine Rolle. Dennoch war ihm als Kind bewusst, dass Gott existiert. Nur: Dieser Glaube hatte wenig mit dem biblisch-christlichen Glauben zu tun. Es war eine Mischung aus Tradition, Gewohnheit und eigenen Vorstellungen – ein «selbstgebastelter» Gott.
Später nahm er sich vor, die Bibel einmal ganz zu lesen – aus Ehrgeiz. Im Jahr 2020 begann er von vorn mit dem ersten Buch Mose. Anfangs wollte er nur durchhalten, doch bald merkte er: Dieses Buch fordert heraus. Es verlangt eine Entscheidung. Er hörte Predigten, las Auslegungen und prüfte Argumente. Schrittweise wuchs die Überzeugung: Entweder ist die Bibel Gottes Wort – oder nicht. Wenn sie es ist, gilt sie auch mir. Dann bin ich schuldig vor Gott. Eine neutrale Haltung gibt es nicht.
Beim Lesen erkannte er, dass kein Mensch aus eigener Kraft vor Gott bestehen kann. Kein gutes Werk kann Schuld tilgen. Als er das Evangelium verstand, wurde ihm klar: Jesus Christus hat am Kreuz getan, was er – Erik – selbst nicht konnte. ER trug die Schuld, ER bezahlte den Preis, ER überwand den Tod. Erik bekannte Gott seine Schuld und nahm das Heil im Glauben an. Als Erstes suchte er sich eine Gemeinde, der die Bibel wichtig ist, und er ordnete sein Privatleben.
Die beiden Lebensgeschichten zeigen: Die Bibel läuft auch heute noch (2. Thess. 3,1). Gottes Wort ist nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart. Es ruft, überführt, rettet. Es kommt nicht leer zurück, sondern richtet aus, wozu ER es sendet (Jes. 55,11) – denn ER sendet sein Wort und errettet (Ps. 107,20). Betül und Erik – heute Mitglieder der Christlichen Polizeivereinigung – sind keine Ausnahmen, sondern Belege dafür, dass Gott auch heute durch SEIN Wort Menschen erreicht. Darum lohnt es sich, dieses Wort selbst zu lesen, es mutig zu bekennen und es dort weiterzugeben, wo Gott uns hinstellt – im persönlichen Umfeld, im Berufsalltag und in den Begegnungen unseres Lebens.
Holger Clas