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Erlebt und bewegt

In dieser Rubrik veröffentlichen wir regelmässig Beiträge aus der gleichnamigen Rubrik der Zeitschrift factum - mit freundlicher Genehmigung.

WAS IST DEIN LEBENSZIEL?

Urlaub auf der Sonneninsel Usedom. Samstagseinkauf im Supermarkt. Davor ein Erdbeerstand. Ich kaufe einen Korb voll frischer Früchte. «Die sind lecker, meine Frau hat gestern auch schon welche bei Ihnen gekauft», sage ich zum Verkäufer. Das hört er gern. Ich beginne ein kleines Gespräch und wechsle unvermittelt zum Du: «Und – musst du morgen auch arbeiten?» – «Nein, sonntags nicht», meint er. «Gehst du morgen zum Gottesdienst?» Er hält meine Frage wohl für einen Spass, denn er antwortet belustigt: «Nein.» Ich: «Bist du früher mal hingegangen?» Er: «Ja, als Kind.» Ich: «Wir beide sind vom Alter her auf der Zielgeraden des Lebens. Da ist die Frage nach Gott besonders wichtig.» Als ich das sage, wird er plötzlich ernst und sagt: «Ja, mein Bruder ist vor vier Tagen gestorben.» – «Oh, mein herzliches Beileid», kondoliere ich. Er nimmt meinen Gesprächsfaden wieder auf: «Bin auch zum Reli gegangen und war mit den Kindern vom Pastor befreundet.» – «Und», frage ich, «ist was fürs Leben hängengeblieben?» – «Nöö», sagt er gedehnt, «mein Bruder ist eingesegnet worden. Ich nicht. Ich wollte das nicht.» – «Ist bei ihm was hängengeblieben?» – «Auch nicht. Der war Seemann und hat sich in Marokko ein Haus gekauft, hat auch dort die Staatsbürgerschaft angenommen.» Diesen Gedanken nehme ich auf: «Das Wichtigste im Leben ist, dass wir Wohnrecht im Himmel haben. Dafür hat Jesus gesorgt. Damit man am Schluss im Himmel ankommt und nicht anderswo.» Das hat mein Gesprächspartner verstanden. Denn obwohl ich das Wort «Hölle» nicht in den Mund genommen habe, nimmt er doch Bezug darauf und sagt grinsend: «Da ist es wenigstens schön warm.» Als er meine Reaktion auf seine Schnoddrigkeit bemerkt, sagt er schnell: «Oh, Entschuldigung» – und wendet sich dem nächsten Kunden zu.

Wie er machen es viele: Sie nehmen das Thema auf die leichte Schulter. Sie tun eine unbequeme biblische Wahrheit ab und deuten für sich die Hölle zu einem Ort mit wohliger Wärme um. Doch Jesus spricht in erschreckender Härte vom «ewigen Feuer». Ich habe Leute auch schon sagen hören, sie wollten lieber in die Hölle, weil da «die interessanteren Leute» seien. Doch auch das ist ein schwerer Irrtum: Schon auf der Erde lacht sich der Teufel über die Menschen ins Fäustchen, weil er ein Meister der Selbstzerstörung und ein Experte für Beziehungschaos ist. In der Hölle wird zwischenmenschlich erst recht «die Hölle los sein». Dort bestimmt ungezügelte Feindseligkeit den Umgang miteinander.

Wieder andere klammern das Thema «Hölle» aus und tun so, als kämen alle in den Himmel. Ich staune immer wieder, mit welcher Selbstverständlichkeit dies bei Talkrunden im Fernsehen und bei Konzerten behauptet wird. Helene Fischer zum Beispiel sagte in einem Konzert bewegende Worte über einen verstorbenen Kollegen aus dem Showgeschäft. Dabei zeigte sie nach oben und sagte wie selbstverständlich, der schaue ja jetzt von oben zu. Begegnungen und Beo­bachtungen wie diese sind wie Wasser auf meine Liedermachermühle. So entstand das folgende Lied:

Himmel oder Hölle? Was ist dein Lebensziel?
Viel zu kostbar ist dein Leben, setze es nicht aufs Spiel.
1.  Ohne Jesus und Vergebung bleibst du, was du bist: Ein Verlorner, der versinkt und nicht zu retten ist.
2.  Viele winken ab und spotten: Alles ausgedacht. Still, dann hörst du, wie der Teufel sich ins Fäustchen lacht.
3.  Kaum zu glauben, was im Notfall mancher Gott verspricht. Leider will er nur die Hilfe, doch den Helfer nicht.
4.  Tritt vom breiten Weg der Masse, geh mit Jesus mit. Auf dem schmalen Weg zum Himmel tu den ersten Schritt.
5.  Er vergibt dir alle Sünden, was kein andrer kann, schenkt mit Gott dir endlich Frieden. Ruf den Retter an.
Himmel oder Hölle? Was ist dein Lebensziel? 
Viel zu kostbar ist dein Leben, setze es nicht aufs Spiel.

Jörg Swoboda