erlebt & bewegt

In dieser Rubrik veröffentlichen wir regelmässig Beiträge aus der gleichnamigen Rubrik der Zeitschrift "factum" - mit freundlicher Genehmigung.

Johann Hesse

Der eine Weg

 

Vergangenes Jahr kam ich mit einem Taxifahrer ins Gespräch über den Glauben. Als ich ihm vom Tod und der Auferstehung Jesu erzählte, meinte dieser, er lehne das aus der Sicht seines Glaubens ab. Er erklärte mir, dass er Türke und Moslem sei. Ich fragte zurück: «Aber was machen Sie dann mit Ihren Sünden?» Er erwiderte, dass er versuche, diese durch gute Taten wiedergutzumachen. Ich zeigte ihm, dass das nicht möglich ist: «Wenn Sie jetzt über diese rote Ampel fahren und geblitzt werden, dann werden Sie die Punkte in Flensburg und das Bussgeld nicht los, indem Sie von jetzt an alle Verkehrsregeln einhalten.» Das verstand er. Wir können das Sündenproblem nicht aus eigener Kraft lösen, und genau darum starb Jesus am Kreuz. Ich fragte ihn dann nach dem Grab des Propheten Mohammed. Er bestätigte, dass man es in Medina besuchen könne. Nun berichtete ich ihm von dem Grab Jesu in Jerusalem. Man kann es zwar ebenfalls besuchen, aber es gibt einen gewaltigen Unterschied: Das Grab Jesu ist leer. Ich kann heute mit Jesus Kontakt aufnehmen und zu ihm beten, weil er von den Toten auferstanden ist. Mohammed dagegen ist tot. Bevor ich aus dem Taxi stieg, lud ich meinen Gesprächspartner freundlich ein, den Koran zu hinterfragen und sich mit der Botschaft der Bibel zu beschäftigen.

Solche Gespräche sind im geplanten «House of One» in Berlin nicht erwünscht. In der «Charta für ein Miteinander von Judentum, Christentum und Islam», das dem Projekt einer Evangelischen Kirchengemeinde, einer jüdischen Gemeinde und einer islamischen Dialoginitiative zugrunde liegt, heisst es: «Es ist nicht die Absicht einer Religionsgemeinschaft, die Errichtung und Nutzung des neuen Bet- und Lehrhauses mit dem Ziel eines missionarischen Handelns in Hinsicht auf die anderen Religionsgemeinschaften zu verbinden.» Im «House of One» sollen sich eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee um einen zentralen Lehrraum gruppieren. In diesem Lehrraum, der sich symbolisch nach oben hin zum Himmel öffnen wird, sollen sich Vertreter der drei Religionen begegnen, um im gemeinsamen Dialog dem einen Gott suchend und tastend näherzukommen.

Das «House of One» suggeriert, Juden, Christen und Muslime glaubten an denselben Gott und könnten auf unterschiedlichen Wegen zu ihm gelangen. Doch wer die Bibel mit dem Koran vergleicht, wird schnell feststellen, dass die beiden Bücher niemals von demselben Gott sprechen können.

1. Die Bibel offenbart Gott als den dreieinen Gott (Matthäus 28,19). Der Koran dagegen lehnt die Dreieinigkeit ab (Sure 5,73). 2. Die Bibel bezeugt im Alten und Neuen Testament, dass Jesus Christus der Sohn des lebendigen Gottes ist (Psalm 2,7; Matthäus 17,5). Der Koran dagegen lehnt die Gottessohnschaft Jesu ab und reduziert ihn auf einen Propheten (Sure 19,35). 3. Der Kreuzestod Jesu ist das zentrale Ereignis der biblischen Offenbarung und der Weltgeschichte überhaupt. Mit seinem Tod am Kreuz zahlte Jesus Christus die Strafe für die Sünden der ganzen Welt (1. Joh. 2,2). Der Koran dagegen leugnet die Kreuzigung Jesu und meint, dass ein anderer an seiner Stelle gekreuzigt wurde (Sure 4,157).

Der Koran ist der antichristliche Gegenentwurf zur biblischen Offenbarung (1. Joh. 2,22–23). Niemals kann der Gott der Bibel identisch sein mit dem des Korans. Die Bibel sagt es unmissverständlich: Es gibt an Jesus vorbei keinen Weg zu Gott.
Darum lasst uns hingehen und alle Menschen, ob sie nun Juden, Moslems, Buddhisten, Esoteriker, Agnostiker oder Atheisten sind, zu Jesus Christus einladen, der von sich gesagt hat: «Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich» ( Joh. 14,6).

 

Johann Hesse ist Geschäftsführer des Gemeindehilfsbundes (Walsrode). www.gemeindehilfsbund.de